Sauber & flexibel

Wasserstoff für die Energiewende

Grüner Wasserstoff

Beim Thema Wasserstoff können Frankreich und Deutschland gemeinsam ihre Kräfte für den Markthochlauf und europäische Projekte einsetzen.

Ein zentraler Baustein für die Erreichung der Klimaziele ist die Nutzung von klimafreundlichem Wasserstoff. Deutschland und Frankreich wollen das Potenzial dieses flexiblen Energieträgers nutzen, indem sie Industrie und Wissenschaft unterstützen. Beide Länder haben dafür Strategien erarbeitet: mit der deutschen Nationalen Wasserstoffstrategie und dem französischen Nationalen Wasserstoffplan wollen beide Länder eine breite Anwendung des Energieträgers im Verkehrs-, Industrie- und Wärmebereich etablieren und die dafür nötige Infrastruktur schaffen. Deutschland will beispielsweise bis 2040 H2-Erzeugungskapazitäten von 10 Gigawatt aufbauen. In Frankreich soll der Anteil von klimaneutral produziertem Wasserstoff am Industrieverbrauch bis 2028 auf bis zu 40 Prozent steigen. Auch auf EU-Ebene sind die Ziele ambitioniert: Die europäische Kommission möchte in den kommenden 20 Jahren klimaneutrale Wasserstoffproduktionskapazitäten von mindestens 40 Gigawatt erreichen.

Expertise entlang der Wertschöpfungskette bündeln

Der Grundstein für die umfassende Nutzung von Wasserstoff ist in Frankreich und Deutschland bereits gelegt. Viele französische Unternehmen arbeiten an Innovationen im Mobilitätsbereich – vom Wasserstoff-PKW bis zum H2-Zug. In Deutschland ist umfangreiche Expertise im Power to Gas-Sektor vorhanden. Bundesländer und Regionen in beiden Ländern haben bereits detaillierte Entwicklungsziele formuliert und Projekte umgesetzt. Gemeinsame Bemühungen aller relevanten Akteure in beiden Ländern können diesem Know-how zu mehr Wirkung verhelfen und der Wasserstoffwirtschaft entscheidende Wachstumsimpulse geben.

Gemeinsame Projekte anstoßen

Die Deutsch-Französische Energieplattform hat mit Stakeholdern einen Austausch angestoßen, bei dem konkrete Kooperationsmöglichkeiten erarbeitet wurden. Die Ergebnisse sollen während eines Workshops im Oktober 2020 weiter vertieft werden. Besonderes Augenmerk liegt etwa auf der Koordinierung der Wasserstoffstrategien in Frankreich und Deutschland. Speziell in der Grenzregion könnten beide Seiten von Synergien profitieren, etwa durch eine gemeinsame Wasserstoffinfrastruktur.

Es sollen konkrete Fortschritte beim Aufbau eines gemeinsamen Wasserstoffmarktes erzielt werden, indem Empfehlungen für Herkunftsnachweise entwickelt werden.


10 GW
an Elektrolyse-Kapazitäten
soll es bis 2040 in Deutschland geben.
400
Wasserstofftankstellen
möchte Frankreich bis 2028 mindestens installieren.
10000000
Tonnen grünen Wasserstoff
soll die EU bis 2040 erzeugen können.
Bis 2050
sollen H2-Technologien
nach Willen der EU Marktreife erlangt haben und großflächig eingesetzt werden.

Unsere | Expertin

Bildquelle: gettyimages/SEAN GLADWELL