Ein Großteil der verbrauchten Energie geht auf das Konto von Gebäuden – sowohl in Deutschland (knapp 40 Prozent) als auch in Frankreich (43 Prozent). Die größten Einsparpotenziale liegen dabei in Bestandsbauten. Und davon gibt es viele in beiden Ländern. Deshalb spielt die energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden eine zentrale Rolle beim Erreichen der jeweiligen nationalen Klimaziele.

Um die hohen Einsparpotenziale auszuschöpfen, wollen beide Länder ihre Sanierungsrate deutlich erhöhen. Pro Jahr sollen in Frankreich 500.000 Wohnungen modernisiert werden. Auch die Neubauten sollen ab 2020 mehr Energie erzeugen als verbrauchen. Ziel ist es, den Energieverbrauch bis 2020 um 38 Prozent zu reduzieren. In Deutschland will die Bundesregierung den Primärenergiebedarf von Gebäuden bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 2008 senken.

Anreiz oder Verpflichtung?

Beide Länder stehen damit vor ähnlichen Herausforderungen, verfolgen aber unterschiedliche Strategien: Deutschland setzt auf Informationen, finanzielle Anreize sowie Motivationskampagnen. Frankreich wiederum hat die Sanierungspflicht gesetzlich verankert. Bis 2025 müssen zum Beispiel alle privaten Wohngebäude, die mehr als 330 kWh pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen, saniert werden.

Akteure vernetzen und Motivation stärken

Die unterschiedlichen Herangehensweisen machen deutlich, wie wichtig der Erfahrungsaustausch zwischen den Nationen ist. Hier nimmt die Deutsch-Französische Energieplattform eine tragende Rolle ein. Sie bringt die Akteure aus beiden Ländern zusammen und gestaltet den Austausch zu unterstützenden Marktinstrumenten. Dazu gehören Sanierungskonzepte, Förderansätze und die Motivation relevanter Akteure.

Regierungen haben Vorbildfunktion

Um die Länder bzw. Departements für energetisches Bauen und Sanieren zu sensibilisieren, sollten die Regierungen beider Länder eine Vorbildfunktion einnehmen. Entlang einer so genannten „Effizienzachse Berlin – Paris“ präsentieren die dena und ADEME dazu gelungene Modernisierungsbeispiele.
Neben diesen Impulsen entwickeln die Akteure der Plattform Leuchtturmprojekte und stärken die lokale Bauwirtschaft durch konkrete Sanierungsvorhaben vor Ort. Zentrale Fragen sind derzeit zum Beispiel, wie man Wohnungseigentümergemeinschaften zur Sanierung motivieren, die Quartierssanierung vorantreiben oder mit vorgefertigten Elementen modernisieren kann.